Konten der WEG

Konten der Wohnungseigentümergemeinschaft

Nach § 27 Abs. 5 WEG ist der Verwalter verpflichtet, eingenommene Gelder von seinem Vermögen gesondert zu halten. Bis zur Einführung der Rechtsfähigkeit der Eigentümer-gemeinschaft durch den Gesetzgeber im Jahre 2007 geschah dies in der Regel so, dass der Verwalter Konten auf seinen Namen eröffnete und – auch bankseitig – mit dem Zusatz „wegen WEG X-Straße“ oder „für WEG X-Straße“ benannte. In wenigen Fällen erhielten einzelne Miteigentümer – z.B. Beiräte – Vollmacht über das Konto zur Kontrolle.

Seit gesetzlicher Regelung der Rechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft (2007) wird diese Kontenform ganz überwiegend als unzulässig angesehen. Seitdem sind die Konten – wie es bankrechtlich auch möglich ist – auf den Namen der Wohnungseigen-tümergemeinschaft anzulegen. Der jeweilige Verwalter erhält eine Vollmacht. Dabei kann die Eröffnung des Kontos dem Verwalter übertragen werden. Diese Form der Kontenan-lage stellt sicher, dass keine Vermischung der Gelder der Wohnungseigentümergemein-schaften mit anderen Gemeinschaften erfolgt. Außerdem muss bei einem Verwalterwech-sel kein neues Konto eröffnet werden, sondern es wird lediglich die Vollmacht für den Verwalter geändert.

Einige Verwalter haben nach wie vor die alte Kontenform des sog. Treuhandkontos. Zum Teil werden auch heute noch derartige Konten eingerichtet. Nicht zuletzt liegt dies auch an einigen Banken, die ein Konto auf den Namen der WEG nach wie vor für unzulässig halten. Einige Banken bauen auch hohe Hürden (neben einem Beschluss über die Ein-richtung eines solchen Kontos Vorlage sämtlicher persönlicher Daten der Miteigentümer, ggf. Kopien der Personalausweise) auf, um so die Einrichtung eines Kontos zu erschwe-ren.

Probleme und Gefahren

Da überwiegend diese alten Kontoform als unzulässig angesehen wird und darüber hinaus Probleme und Gefahren für die Wohnungseigentümergemeinschaft bestehen, sollten die Konten umgehend umgestellt werden auf die Wohnungseigentümergemeinschaften. Zu den Problemen und Gefahren zählen insbesondere:
  • Bei einem Verwalterwechsel muss ein neues Konto eingerichtet werden verbunden mit allen Unannehmlichkeiten wie Änderung der Daueraufträge, Änderung der Last-schriften usw.
  • Werden gegen den Verwalter Zwangsmaßnahmen eingeleitet, insbesondere auch Kontopfändungen, sind zunächst alle, also auch die Treuhandkonten, gepfändet. Die Wohnungseigentümergemeinschaft muss dann – wenn sie von der Pfändung über-haupt erfährt – beim pfändenden Gläubiger notfalls durch Gerichtsbeschluss und Klage Freigabe ihrer Gelder erwirken.
  • Fällt der Verwalter in die Insolvenz, fallen auch sämtliche Treuhandkonten zunächst in die Insolvenzmasse. Die Eigentümergemeinschaft muss dann beim Insolvenzver-walter Freigabe der Konten erwirken, notfalls auch hier durch gerichtliche Verfahren.

Die Freigabeverfahren können sich über längere Zeit hinziehen, so dass dann auch lau-fende Zahlungen der Wohnungseigentümergemeinschaft, wie etwa für Strom, Gas, Was-ser, Versicherungen, Grundbesitzabgaben usw. nicht geleistet werden können. Die Eigen-tümergemeinschaft ist also finanziell zunächst blockiert. All dem kann vorgebeugt werden mit Einrichtung eines auf die WEG lautenden Kontos.

Eingestellt am 08.01.2014 von RA Pickert
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